Sprachlich gelungenes Debüt!

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katrriin Avatar

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In Eva Pramschüfers Debütroman „Weisser Sommer“ lernen wir die Beziehung von Alma und Théo kennen. Die beiden sind seit einigen Jahren ein Paar und lieben sich, eigentlich. Allerdings beginnen beide auf ihre Art und Weise die Beziehung zu hinterfragen, ausgehend von der Frage, ob sie wirklich glücklich zusammen sind oder glücklicher getrennt wären. Während sie einen letzten gemeinsamen Sommer zusammen verbringen wollen, um diese Fragen für sich beantworten zu können, lernen wir als Leser:innen die Beziehung der beiden in Rückblenden retrospektiv kennen.

Was diesen Roman besonders für mich gemacht hat, war auf jeden Fall die Sprache, in die ich mich direkt auf der ersten Seite verliebt habe. Pramschüfer gelingt es durch ihre präzise Wortwahl und ihr atmosphärisches Schreiben Bilder und Orte im Kopf entstehen zu lassen, sodass ich mich sehr gut in das Setting hineinversetzen konnte und den Sommer beinahe fühlen konnte. Auch konnte ich sehr gut Almas Gedankengänge, Sorgen und Ängste nachvollziehen. Woher soll man denn in einer langjährigen Beziehung auch wissen, ob man glücklicher mit oder ohne den Partner wäre? Und wie soll man sich entscheiden, wenn man sich doch eigentlich liebt und aus rationalen Gründen gut zusammenpasst, aber gleichzeitig immer wieder den Drang hat, wegzulaufen?

Eigentlich erfüllte das Buch also alle Voraussetzungen ein Highlight zu werden und doch hat mir etwas gefehlt: der Plot. Natürlich war mir bereits im Vorfeld klar, dass das Buch eher charaktergetrieben sein würde, aber mir hat trotzdem ein bisschen die Geschichte gefehlt. Beziehungsweise mochte ich diese (trotz dem Schreibstil, Setting und den Charakteren, die ich sehr mochte!) irgendwie nicht. Außerdem konnte ich mich durch die ständigen, nicht linearen Zeitsprünge oft nicht in der Geschichte verorten, und musste mich immer wieder neu orientieren. Das hat meinen Lesefluss so gestört, dass ich trotz der Kürze des Romans, ewig dafür gebraucht habe. Leider bin ich auch immer wieder über vereinzelte Rechtschreib- und Grammatikfehler gestolpert, die den Lesefluss zusätzlich gestört haben.

Trotz meiner Kritik an diesem Debüt hat mich Eva Pramschüfers Sprache und Schreibstil hier so überzeugt, dass ich immer wieder ein Buch von ihr lesen würde! Ich hoffe, wir werden zukünftig noch mehr von ihr hören und zu lesen bekommen.