Wenn der Sommer zu Ende geht

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dragis_lieblingsbuecher Avatar

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Dieses Buch hat in mir viele Erwartungen geweckt, nicht zuletzt durch den wundervollen Klappentext.

Die Erwartungen konnten jedoch nicht erfüllt werden. Das Buch schien für mich etwas zu flach und hatte kaum inhaltliche Tiefe. Der beschriebene Sommer bildet den Rahmen der Handlung, indem Alma und Theo im alten Familienhaus von Alma wieder zusammenkommen. Dennoch spielt die Handlung meist in der Vergangenheit und beleuchtet die Meilensteine ihrer Beziehung, die zu dem Punkt führen, an dem sie gerade stehen. Wenn das Buch der Frage nachgeht, wie man erkennt, ob man gemeinsam glücklich sein kann oder glücklicher allein wäre, dann gibt es darauf keine Antwort.

Die Beziehung der beiden ist geprägt durch viele Auf und Abs, bei der sich zunächst der eine und dann der andere selbstzuverwirklicklichen versucht. Vieles davon passiert ohne den anderen miteinzubeziehen, stattdessen leben sie oft aneinander vorbei und stellen sich selbst in den Mittelpunkt. Sie reden kaum miteinander, treffen Entscheidungen ohne und gegen den anderen. Sie leben aneinander vorbei.

Der Klappentext beschreibt, dass die beiden in dem Haus blieben, bis sie die Entscheidung getroffen hatten. Dies finde ich jedoch sehr irreführend, da es gar nicht darum geht, gemeinsam einen Entschluss zu fassen. Vielmehr wird ihre Beziehung durch die Retroperspektive der Vergangenheit beleuchtet, die beiden selbst sprechen in der Gegenwart kaum miteinander.

Die Figuren fand ich eher unsympathisch, wobei sich dies vielmehr auf Alma bezieht. Sie wird sehr egoistisch und selbstzentriert beschrieben, wodurch man sich ständig fragt, warum sie überhaupt in einer Beziehung ist. Sie benutzt verletzende Verhaltensmuster, die mit der Zeit auch von Theo übernommen und imitiert werden, sodass sich die beiden ständig weiter voneinander entfernen. Unterschiedliche Herkünfte, soziale Schichten und verschiedene Persölichkeiten treffen aufeinander und bringen so zahlreiche Konflikte mit sich.

Ein gut zu lesender und schön geschriebener Roman für den Sommer, der bei mir aber keine großen Emotionen wecken konnte und durch den Klappentext einen falschen Eindruck des Inhalts vermittelt.