Zart, melancholisch und sommerlich

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ninaveronika Avatar

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''Weißer Sommer'' von Eva Pramschüfer erzählt die Geschichte einer Beziehung, die erst aufblüht und sich dann im Erwachsenwerden verfängt. Es geht um die schmerzliche Erkenntnis, dass Liebe allein oft nicht ausreichend ist. Ums sich Finden und dann wieder Loslassen müssen. Ums ''Wer bin ich und wer will ich sein?''.

Besonders bemerkenswert fand ich den unglaublich schönen Schreibstil, der mit seiner malerischen Detailverliebtheit überzeugen konnte. Die Autorin spielt mit Worten als wären es feine Pinselstriche und erschafft somit lebhafte Kulissen, intensive Gespräche und charakterstarke Figuren. Die verschiedenen Lebensrealitäten der einzelnen Protagonistinnen wurden überzeugend transportiert. Dabei behandelt das Buch auch gesellschaftliche Themen wie z.B: Klassismus. So zeigt das Buch auf wo finanzielle Mittel, den Unterschied machen und welches Privileg es ist seinem Lebenstraum nacheifern zu können wie Alma, während Theo nicht die selben Möglichkeiten hat. Ich hätte mir hier noch mehr Einblicke und Kapitalismuskritik gewünscht.

Das Ende fand ich traurig, aber nachvollziehbar und realistisch. Ein klassisches Happy Ende wäre aus meiner Sicht nicht passend gewesen und hätte der Geschichte die Wucht genommen. So aber, zeigte die Geschichte auf, dass eine Beziehung eine Entscheidung ist, für die man sich trotz vorhandener Liebe nicht immer entscheiden kann. Die Priorisierung des eigenen Glücks seitens der Protas fand ich sehr gelungen.

Ein wunderschönes, stellenweise auch melancholiches Buch über einen letzten Sommer voller Sehnsucht, Entscheidungen und dem schmerzhaften Blick in eine ungewisse Zukunft. Ich kann das Buch definitiv weiterempfehlen!