Zwischen Liebe und Selbstbestimmung

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walliliest Avatar

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Alma und Théo verbringen vielleicht ihren letzten Sommer im Ferienhaus von Almas Familie in Südfrankreich. Sie möchten herausfinden, ob ihre Liebe noch eine Chance hat. Und sie werden nicht eher gehen, bevor sie sich ihrer Entscheidung nicht sicher sind.

In Rückblenden erzählt Eva Pramschüfer, wie sich Alma und Théo im südfranzösischen Dorf kennen und lieben gelernt haben und an welche Orte und zu welchen Gefühlen sie ihre vierjährige Beziehung geführt hat. Es geht um eigene Träume, Selbstverwirklichung und natürlich um Liebe. Doch reicht die Liebe der beiden aus, um für ein ganzes Leben zu tragen? Sind ihre Herkunft und ihre Wünsche an das Leben nicht grundverschieden? Schließlich sind beide erst Mitte zwanzig und möchten noch vieles erleben und keine Chance ungenutzt lassen. Gehören sie zusammen oder wäre jeder für sich alleine glücklicher?

Eva Pramschüfers Sprache in ihrem Debütroman ist poetisch und bildhaft. Ich habe mir viele Beschreibungen markiert, die ich außerordentlich schön fand, wie z.B. diese:

"Der Sonnenaufgang sieht aus wie eine verbrannte Schulter, pink an den Rändern, rot in der Mitte. Wund, schmerzhaft." S. 35

"Etwas hatte sich in ihr gelöst. Seit sie Théo kennengelernt hatte, fühlte sie sich entknotet von ihrer Wut." S. 47

Der Schreibstil ist flüssig, so dass ich schnell durch das Buch gleiten konnte. Vielleicht müsste ich nochmal 26 sein und mitten im Studium stecken, damit mich die Story mehr gepackt hätte. Ich konnte Alma und Théo als Charaktere recht gut greifen, jedoch nicht die kleinen Brüche, die die beiden entzweit haben. Die Vibes von Südfrankreich, München, Paris und Berlin sind treffend eingefangen. Ich habe das Buch aufgrund seiner schönen Sprache gerne gelesen, nachhallen wird es bei mir leider nicht.