Lebenswege in der Alltagsapokalypse

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"Weißes Licht" von Eric Puchner ließ mich sehr ambivalent zurück - ich fand den Roman einerseits in Abschnitten szenisch und literarisch beeindruckend, auch die Naturbeschreibungen sprachen mich an, dann wieder war ich genervt vom Pathos der inneren Dialoge, deren Gemeinplätze so übertrieben amerikanisch waren und gar nicht zu den Charakteren passten.

Insbesondere manche weiblichen Charakteren zugeschriebene Reflektion sagt eigentlich nur etwas über die Selbstbezogenheit des männlichen Autors aus.

Letztendlich geht es für mich in diesem Roman auch um Männlichkeitsrituale und die Unfähigkeit zu trauern.

Leider ist die Übersetzung an einigen Stellen schlecht bis falsch, z. B. "Treibgase" (gemeint müssen Treibhausgase sein), "Kletterstudio" (vermutlich wörtliche Übersetzung von "climbing gym", auf deutsch heißt es aber Kletterhalle), "Wildlife Biologe" (es heißt Wildbiologe), das hätte spätestens dem Lektorat auffallen müssen.

2,5 von 5 Sternen. Insgesamt literarisch teilweise interessant, inhaltlich aber zu bedrückend und negativ.