Tiefgründiger Roman, der lange nachwirkt

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elisa0901 Avatar

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Besonders das Cover mit seinen auffälligen Farben fällt auf, nimmt man den Roman zur Hand. Und auch inhaltlich kann man sich auf einige Besonderheiten einstellen.
"Weißes Licht" ist ein leiser, eindringlicher Roman über Verlust, Erinnerung und die fragile Art, wie Menschen versuchen, ihrem Leben Sinn zu geben. Eric Puchner erzählt mit großer Feinfühligkeit von Figuren, die zwischen Vergangenheit und Gegenwart gefangen sind und deren Beziehungen von unausgesprochenen Gefühlen geprägt werden.
Zeitweise empfinde ich die Geschichte als etwas langatmig und verwirrend konzipiert. Doch immer wieder zieht mich der Schreibstil, so abschreckend wie ich ihn in einem Moment empfinde, immer wieder in seinen Bann.

Als besonders gelungen empfinde ich eben darum die atmosphärische Sprache: Sie entfaltet eine starke emotionale Tiefe, auf die es sich einzulassen gilt. Puchner verzichtet auf dramatische Zuspitzungen und setzt stattdessen auf leise Zwischentöne, wodurch die Geschichte und auch ihre Charaktere authentisch und nahbar erscheinen.

Insgesamt ist "Weißes Licht" ein stilles, nachdenkliches Buch, das lange nachwirkt und bei dem es sich lohnt, dran zu bleiben und bis zum Ende zu lesen.