Hautnah am Geschehen.
Der Roman Weiterleben verspricht viel. Hier schnuppert man die harte Landluft, das blanke Überleben wird sichtbar gemacht. Man hat das Gefühl, in eine dramatische Geschichte hineingezogen zu werden, der man sich nicht mehr entziehen kann. Das mag klischeehaft klingen, aber allein mit dem Herzstillstand, den der Protagonist erleidet, eröffnet sich ein vollkommen neuer Blickwinkel. Man wünscht sich, dass alles gut wird, und doch ist alles nur auf das Wesentliche beschränkt: das pure Leben. Man merkt erst, was man hat, wenn man es nicht mehr hat – so meine Ergänzung zu diesem Text. Der sich leise und sanft ins Herz schleicht, sodass man sich wünscht, dass es bald schneller schlägt, schneller, damit dem jungen Mann nichts mehr passiert. Dass er über seine Vergangenheit hinwegkommt und in der neuen, kargen Landschaft, in der er seine Zukunft bauen möchte, hoffentlich ein kleines Pflänzchen Hoffnung findet. Fazit: Dieser Text ist so nahrhaft wie Brot und so vielseitig bestrichen, wie man eine Brotscheibe bestreichen kann. Einfach, aber mit einer so dicken Kruste an Atmosphäre, dass man das Buch nicht mehr weglegen möchte.