Höchst interessantes Thema!
Der Buchtitel "Weiterleben" verrät eigentlich schon alles: Hier geht es um eine außergewöhnliche Situation, eine, die das normale Leben nicht mehr möglich macht und eine Veränderung erfordert. So ist es dann auch beim Protagonisten Jago, der für eine Zeit klinisch tot war, und dessen Leben aufgrund neurologischer Einschränkungen nun ein anderes ist. Seine Eltern sind verstorben, daher hat ihn sein Onkel Jacob auf seinem Hof in Cornwall aufgenommen. Hier ticken die Uhren anders, langsamer, und das haben die Hauptfigur und auch sein Onkel erkannt. Die Langsamkeit in allem Tun und Handeln steht hier im Vordergrund, sein es das Versorgen oder Melken der Kühe, oder aber die Montage oder das Anstreichen eines Weidezaunes. Selbst der morgendliche gemeinsame Kaffee wird zu einem gemeinsamen Ritual, das regelrecht zelebriert wird. Die Langsamkeit, die sich aus Jagos Krankheit ergeben hat, spiegelt sich auch im Schreibstil von Autor Patrick Charnley wieder. Er schreibt ruhig, dennoch sehr detailliert, man kann sich gut in die Umgebung und die Atmosphäre einfühlen, das macht das Lesen sehr angenehm. Der Roman ist ungewöhnlich und Mal etwas völlig anderes. Das Buchcover passt wundervoll ins Gesamtbild, sehr schön!