Die leisen und bedeutsamen Seiten des Lebens

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„Weiter leben“ ist das Erstlingswerk eines Autors, der nach einem Herzstillstand mit dem Schreiben anfing.

Jago - die Hauptfigur des Romans - hat ein ähnliches Schicksal. Sie war 40 Minuten klinisch tot und muss sich langsam wieder im Leben zurechtfinden. Dieser Prozess vollzieht sich langsam und mit großer Ruhe: Er nimmt den Leser so behutsam mit, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Sprache und Inhalt greifen ineinander und ergänzen sich. Als Beispiel sei nur genannt, S.182: „Ich koche nicht mehr nach Gefühl. Ich brauche mein System. Rezepte und Küchenwecker. Ich kann immer nur eine Sache auf einmal machen, und wenn der Anrichte zu viel steht, sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht.“

Das Leben dreht sich um die kleinen, alltäglichen Dinge wie Essen zubereiten, die Tiere versorgen, sich um die Gemüsebeete kümmern, Schach spielen, vor dem Kaminfeuer sitzen, einander zuhören - für einander da sein.

Dass diese Idylle im weiteren Verlauf gestört werden muss, gehört fast zwangsläufig zur Konzeption eines Romans. Die Schurkerei fand ich etwas aufgesetzt. Letztlich fällt das jedoch kaum ins Gewicht, denn die eigentliche Stärke des Romans liegt in der ruhigen und feinfühligen Beschreibung des Lebens und des langsamen Zurückfindens in den Alltag.

Das wunderschön gestaltete Cover zeigt ein Cottage vor dem Hintergrund des tiefblauen Meres und Wolken am Horizont. Leuchtende Farben, die zu diesem Inhalt des Romans passen: ein durchweg positiver, ruhiger Roman, der ganz im Zeichen des Mottos „Alles zu seiner Zeit“ steht.