Ich bin begeistert

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ada2011 Avatar

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Selten begeistert mich ein Buch so komplett, wie Weites Leben von Patrick Charnley.
Das beginnt bereits mit der Covergestaltung. Ein rauer fester Umschlag und ein Bild von der Steilküste von Cornwell mit einem kleinen weißen Haus auf den Klippen.
Die Geschichte ist ungeheuer liebevoll erzählt. Jago hat mit gerade einmal 20 Jahren, nach dem seine Mutter an Krebs verstorben war und er für einen Neuanfang nach Bristol gezogen ist, einen Herzstillstand. Er konnte wiederbelebt werden, ist aber nicht mehr derselbe. Sein Hirn hat Schaden genommen, in welchem Ausmaß und ob der Zustand dauerhaft sein wird, kann noch kein Arzt sagen. In der Krankengeschichte von Jago verarbeitet der Autor seine eigene Geschichte und er macht das sehr gut. Ich konnte alles nachvollziehen, auch die häufig naiven Gedankengänge des jungen Mannes.
Der Bruder der Mutter, sein Onkel, nimmt ihn auf. Er hat einen furchtbar und wunderbar altmodischen Hof an der Küste Conwells. Die beiden verstehen sich gut. Das Leben läuft ruhig vor sich hin und Jago kommt zu Kräften. Alles könnte wirklich richtig schön sein, ohne Kitsch, wenn da nicht ein Nachbar wäre, der ein Auge auf das Land des Onkels geworfen hat und es um jeden Preis haben will.
Hier wird das Buch zu einer Kriminalgeschichte und hier äußert sich auch die etwas naive Gedankenwelt von Jago, der sich deshalb in Lebensgefahr begibt.
Ich liebe dieses Buch und es wird auf jeden Fall Teil meiner Bibliothek und wenn ich mal wieder Lust auf den Sinn des Lebens habe, werde ich es hervorholen, mich über den Umschlag freuen und noch einmal lesen.
Charnley hat ein Buch geschrieben, dass den Leser aus Stress und Hetzerei ziehen kann, wenn man sich einlässt. Es ist spannend, aber so viel mehr als nur ein Roman. Für mich jedenfalls!