Beklemmende Hochspannung

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mrsroman Avatar

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Ein raffinierter Raubüberfall wirft im Nachgang eine Reihe von rätselhaften Fragen auf, die auf den ersten Blick scheinbar nichts miteinander verbindet.
Kinder verschwinden, vorübergehend oder für längere Zeit, die Eltern schweigen, ein Amoklauf in den Straßen Malmös fordert viele Todesopfer, mysteriöse Todesfälle ereignen sich, die zunächst nach natürlichen Todesursachen aussehen – das Team um Fabian Risk hat viel zu tun und scheint auf der Stelle zu treten.
Wie es ihnen gelingt, die einzelnen Handlungsstränge zu verbinden, ist sehr spannend geschrieben, zumal viele unvorhersehbare Wendungen die Ermittlungen behindern und die Täter den Ermittlern auch immer einen Schritt voraus zu sein scheinen. Das Buch war so spannend geschrieben, dass ich es immer wieder aus der Hand legen musste. Was hinter allem steckt, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Stefan Ahnhem hat sich in seinem neuen Krimi eines düsteren, zum Teil eher unrealistisch wirkenden Themas angenommen; es hat jedoch einen beklemmenden Wirklichkeitsbezug, wenn man die an Kontroll- und überwachungsmöglickeiten denkt, die sich heute bereits durch die Preisgabe von Userdaten über die Sozialen Medien ergeben. Demgegenüber ist die thematisierte Angreifbarkeit unserer fragilen Infrastruktur bereits heute bittere Realität, alles in allem ein hochaktueller, bis zum Schluss hochspannender Thriller.
Einziger Kritikpunkt aus meiner Sicht, dass das Ende des Buches etwas unvermittelt erfolgt, nach dem langen Vorlauf!
George Orwell lässt grüssen- ein Krimi für starke Nerven mit fiktionalen Zügen!