Düsteres und überall denkbares Szenario

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gormflath Avatar

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Als an einem Sommerabend an der Küste Schwedens der Strom ausfällt, ist Kommissar Fabian Risk gerade mit seiner Tochter Matilda auf seinem Segelboot unterwegs.
Er und seine Kollegen von der Helsingborger Polizei versuchen nach dem großflächigen Blackout nicht nur dessen Ursachen zu ergründen, sondern sehen sich auch mit einigen zunächst unerklärlichen Fällen konfrontiert: Während des Stromausfalls wurde eine Bank mit der Zugangskarte eines Mitarbeiters überfallen, dieser hat jedoch ein wasserfestes Alibi. Bei Fabian meldet sich eine alte Bekannte, deren Tochter während des Stromausfalls entführt wurde. Ihr wurde untersagt, die Polizei einzuschalten, aber nach und nach werden Fälle weiterer entführter Kinder bekannt. Die befragten Zeugen verhalten sich merkwürdig und so dauert es eine Weile, bis man bei der Polizei die Zusammenhänge erkennen kann.

Eine wichtige Spur führt Risk zu Schloss Eriksholm, das dem Unternehmer Carl-Henrik Edelfeldt gehört. Seine zahlreichen Firmen führen zu einem weitreichenden Netzwerk, dessen Ausmaße sich kaum überblicken lassen. Welches Ziel verfolgt der Unternehmer?

Im 7. Band der (unabhängig zu lesenden) Reihe um Fabian Risk entwirft der preisgekrönte schwedische Autor Stefan Ahnhem ein düsteres Szenerio, das nicht nur im demokratischen Schweden, sondern ebenso gut hier bei uns denkbar ist. In kurzen Kapiteln, die jeweils mit einem Cliffhanger enden, wächst mit der flächendeckenden Überwachung der beteiligten Personen die Beklemmung, bis sich gegen Ende einzelne Personen diesem Wahnsinn und der aussichtslos erscheinenden Situation entgegen stellen. Auch wenn sich manches Mal die Ereignisse fast überschlagen, ist es nicht schwer, der Handlung dieses Pageturners zu folgen. „Wellengrab“ hat mich mit mehr als 600 Seiten dermaßen gefesselt, dass ich dieses Buch in kürzester Zeit gelesen habe und eine absolute Leseempfehlung geben kann.