Spannend bis zur letzten Seite

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leseclau Avatar

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Auch wenn man die Reihe um Fabian Risk nicht kennt, kommt man wunderbar mit den handelnden Personen zurecht. Ohne stereotyp zu sein, ist das Ermittlerteam schnell charakterisiert. Und in diesen Charakteren liegt tatsächlich meine einzige Kritik an dem Buch. Ich bin kein Fan von Ermittlern, die scheinbar übermächtige Kräfte und Energie haben und nur dadurch die Fälle lösen. Dies trifft sowohl für Fabian als auch seine Kollegin Irene zu, die mit Brandwunden übersät weiterarbeitet, als würde sie das nicht beeinflussen.

Das Szenario an sich ist erschreckend realitätsnah. Kritische Infrastruktur soll geschädigt werden, Menschenmengen sind einer Bedrohung ausgesetzt. Doch bis dies so eindeutig auf dem Tisch liegt, beobachtet das Team um Fabian Risk seltsame Dinge. Warum verschwinden Kinder und tauchen danach völlig verändert wieder auf? Warum vertuschen die Eltern diese Kindesentführungen? Wie hängt das alles mit alten Fällen zusammen?

Die Auflösung dieser Entführungen ist grausam – das möchte man sich keinesfalls in der Realität vorstellen. Und gleichzeitig liest man staunend weiter und fragt sich, wie weit der Autor die Geschichte tatsächlich spinnt. Und hier ist Stefan Anhem sehr konsequent. Die Geschichte wird stringent erzählt und auch wenn die Ermittler (es gibt sehr viele Cliffhanger!) uns Lesern häufig ein Stück voraus sind, verliert man nie den Faden.

Die kurzen Kapitel lassen sich hervorragend lesen, so dass die über 600 Seiten nur so durchflutschen. Für alle, die gut konstruierte Krimis im hier und jetzt mögen, ist das Buch eine absolute Leseempfehlung.