Wirklich utopisch?

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Kommissar Fabian Risk hat ein freies Wochenende und den Samstagabend verbringt er mit seiner erwachsenen Tochter auf seiner Jolle im Hafen von Humlebæk, einem dänischen Fischerdorf an der Øresundküste. Gemütlich mit einem Glas Wein am Steg rumdümpelnd führen sie Vater-Tochter-Gespräche um die vorhandenen oder ausbaufähigen Liebschaften des jeweils Anderen. Die See wird unterdessen rauer und Fabian geht an Deck um nach dem Rechten zu sehen, neben ihm haben sich noch weitere Freizeit-Skipper versammelt. Sie alle eint ein Blick auf die schwedische Küste, oder zu mindestens dort wo sie sein sollte. Zu sehen ist nichts, eine kompakte Finsternis, dort wo sonst Helsingborg erstrahlt. Schneller als Fabian lieb sein kann, ist das Wochenende für ihn vorbei und er sitzt am Sonntag zusammen mit seinen Kollegen um die Ermittlungen zu dem großen Stromausfall aufzunehmen. Erstaunlich ist der rasche Zugriff auf einen Verdächtigen und weitere Merkwürdigkeiten, ein Bankraub in dem 253 Millionen Kronen erbeutet wurden, ein Mädchen das spurlos verschwindet und eine Gruppe die im Untergrund agiert und die Phase 19 eingeläutet hat.

Endlich mal wieder ein Buch das ein Stützkissen benötigt 😉.

Über 600 Seiten und jede Einzelne ist davon spannend. Ein, ich möchte jetzt mal behaupten , typische Coverzeichnung skandinavischer Autoren, die nicht unbedingt auf den Inhalt schließen lassen, denn idyllisch wird das hier nicht, denn der Autor spielt mit Ängsten im Allgemeinen und im Besonderen mit der von Eltern.
Stefan Ahnhem gelingt in Wellengrab das Kunststück einen Kriminalroman zu kreieren, der es jederzeit mit einem Endzeit-Thriller aufnehmen könnte. Man ist förmlich mehrere Stunden an das Buch gefesselt, weil der Inhalt so verstörend utopisch wirkt, aber gerade in der heutigen Zeit durchaus denkbar wäre. Eine Zeit in der einige Wenige durch ungeheuren Reichtum versuchen sich die Welt zu kaufen. Das beste Beispiel ist unter anderem der derzeitige Präsident der USA. Es ist ein perfides Szenario das hier aufgezeigt wird. Einziges kleines Manko sind in meinen Augen nur die Folterszenen, die für mich definitiv nicht überlebt werden können und warum dieses Buch den Titel Wellengrab trägt. Der Sinn erschließt sich mir aus Inhalt und Handlung nicht.

Fazit: Ein echter Pageturner!