Eine spannende Verbindung aus Zeitgeschichte, Radio und persönlichen Schicksalen
Schon der Klappentext hat mich neugierig gemacht, aber auch die ersten Seiten konnten mich direkt in die Geschichte hineinziehen. Besonders gut gefällt mir, dass man ohne lange Einführung mitten in Felix’ Leben einsteigt und sich nach und nach erschließt, welche Bedeutung das Radio und insbesondere Radio Luxembourg für ihn haben. Der Wechsel zwischen unterschiedlichen Zeitebenen macht zusätzlich neugierig darauf, wie sich die einzelnen Ereignisse miteinander verbinden werden. Auch der Schreibstil gefällt mir sehr gut: Er ist angenehm flüssig, bildhaft und atmosphärisch, ohne dabei unnötig kompliziert zu wirken. Dadurch entsteht schnell ein Gefühl für die jeweilige Zeit und die Figuren. Besonders spannend finde ich die Verbindung von Zeitgeschichte mit der Entwicklung des Radios und der Frage, welchen Einfluss dieses Medium auf das Leben einzelner Menschen haben konnte. Dass dabei auch politische und gesellschaftliche Entwicklungen der 1930er-Jahre eine Rolle spielen, macht das Buch für mich noch interessanter. Ich arbeite selbst als Journalistin, habe ursprünglich beim Radio gelernt und studiere nebenberuflich Geschichte, weshalb mich gerade diese Kombination sehr anspricht. Trotzdem wirkt die Geschichte nicht wie ein historisches Sachbuch, sondern erzählt Geschichte über persönliche Erlebnisse und Beziehungen. Genau diese Mischung mag ich an historischen Romanen besonders gerne. Nach dem Einstieg möchte ich deshalb unbedingt wissen, wie Felix’ Geschichte weitergeht und welche Rolle das Radio in seinem weiteren Leben spielen wird.