Radio Technik
Die Szene, wie der elfjährige Felix seine Hand auf den Lautsprecher legt und sagt "Ich kann sie spüren, ich spüre die Stimme", ist stark, weil sie zeigt, wie sehr eine Stimme im Radio zum emotionalen Anker werden kann, gerade für ein Kind, das seine Mutter verloren hat. Auch der Kontrast zwischen dem hysterischen Reichsfunk-Fußballreporter und der warmen Stimme von Eva Seeger baut die Nazi-Zeit-Atmosphäre gut auf, ohne belehrend zu wirken. Was mich stutzig macht: die Konstellation Felix/Eva wirkt jetzt schon sehr auf eine romantische Erlösungsgeschichte angelegt, das könnte schnell kitschig werden. Ich bin gespannt, ob das Buch bei der interessanten Radio-Technik-Ebene bleibt oder ins Sentimentale abdriftet.