Die Kraft der Radio-Stimme

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mammutkeks Avatar

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Auf dem Cover dieses gut zu lesenden Romans findet sich ein Bild eines jungen Mannes – augenscheinlich aus den 1940er Jahren – was ja auch zum Inhalt von „Wellenlänge“ passt, mich aber zunächst an einen Heimatroman denken ließ. Es hätte aber auch ein altertümlicher Rundfunkempfänger sein können, denn dessen Geschichte und Relevanz sind die Hauptthemen des Romans.
Vorweg sei gesagt, dass ich auch jetzt noch nicht verstehe, wie das mit den Radiowellen funktioniert. Aber das ist auch nicht entscheidend. Entscheidender ist die Geschichte rund um den Radioenthusiasten Felix, seinen Vater und die Sprecherin Eva Seeger von Radio Luxembourg. Diese hatte Felix bereits als Junge kennen- und ja, irgendwie auch lieben gelernt. Und durch all seine Wirren sowie die Wirren der deutschen Geschichte, hatte ihn die Stimme – und damit auch die vermittelten Inhalte, die zum Widerstand gegen die Nazis aufriefen – begleitet.
Eine wirklich bewegende Geschichte, die allerdings durch die unnötigen Tipp- und Rechtschreibfehler etwas getrübt wird. Da wäre ein besseres Korrektorat schon hilfreich gewesen. Und leider wirken die Dialoge manchmal arg hölzern – insbesondere zwischen Felix und seinem Vater.
Ansonsten bietet „Wellenlänge“ aber eine gut recherchierte Geschichte des Rundfunks als Teil des Wiederstandes – auch gefördert von den Alliierten – von den späten 1930er Jahren bis 1945 und auch nach dem Ende des Faschismus.
Insgesamt hat mich das Buch positiv überrascht. Durch die Verbindung des persönlichen Schicksals von Felix mit der Kraft des Radios und der Musik sowie der Stimme von Eva und eben dieser speziellen Zeit, wird deutlich, wie wichtig Meinungsfreiheit und Information sind.