Radio. Alltag. Und die Hoffnung auf Frieden

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lea.renée Avatar

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Die Story hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Man verfolgt hauptsächlich Felix, einen Jungen aus Aachen, der im Jugendalter den zweiten Weltkrieg erlebt, und Eva, einer Radiomoderatorin, die bei dem Sender Radio Luxembourg arbeitet. Obwohl sie so unterschiedliche Leben gehen, gibt es doch viele Kontaktpunkte. Mir hat besonders gefallen, dass es kleine Ausschnitte aus dem Leben der beiden über mehrere Jahre gab. Außerdem hat das Buch bereits mit einem Blick aus der Zukunft angefangen, was ich immer sehr interessant finde.

Die kurzen Kapitel haben es sehr leicht gemacht, die Geschichte zu verfolgen. Auch der Schreibstil lässt sich flüssig lesen. Ich fand es sehr passend, dass es immer nur kurze Ausschnitte aus einer bestimmten Zeit gab, es wurde nicht auf Spannung gebaut, sondern man als Leser hat ganz klar das Leben verfolgt. Ein normales Leben, mit guten als auch schlechten Momenten. Es gibt nun einmal nicht immer das Happy End, aber das Leben entwickelt sich dennoch weiter. Das erste und das letzte Kapitel haben die Geschichte gewissermaßen umschlossen, sodass es sich für mich als Leser nach einem runden Ende angefühlt hat, obwohl das Leben der Personen noch weitergeht.

Am Anfang jedoch fand ich den Schreibstil etwas wiederholend. Ich hatte das Gefühl, einem sollte zu sehr gezeigt werden, dass Eva seine Lieblingsmoderatorin ist. Ich denke, weniger sagt hier mehr. Es muss dem Leser nicht ausdrücklich gesagt werden, damit er das versteht. Hier hätte ich mir mehr indirekte Charakterisierung gewünscht. Im Laufe des Buches hat sich das allerdings stark gebessert. Mir gefiel es, dass es auch kurze Ausschnitte aus Erwins Perspektive gab, jedoch war es in der gleichen Szene manchmal verwirrend, wessen Sichtweise man nun hat. Besonders gefallen hat mir, dass man an dem Sprachgebrauch direkt die Personen deutlich aber dennoch subtil charakterisiert hat. Während Felix "Radio" sagt, neigt sein Vater zu "Volksempfänger".

Ich finde es wirklich beeindruckend, wie viel Recherche hinter diesem Buch steht. Man kann klar erkennen, dass der Autor sich vorher gut mit dem Radio aber auch mit Eva Siewert als Inspiration für Eva Seeger auseinandergesetzt hat und so stellvertretend die Bedeutung vieler Menschen hervorhebt.


Die äußerliche Gestaltung des Buchs spricht mich leider nicht so an, das Cover ist sehr unscheinbar. Aus der Geschichte kann man meiner Meinung nach ein besseres Cover rausholen. Der Titel oben links in der Ecke wirkt eher nach einem Post auf Social Media. Und auch wenn es heißt "Don't judge a book by it's cover", ist das nunmal das erste, was man sieht.

Insgesamt sehr gute 4 von 5 Sternen.