Radio hören aks Widerstand

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Das Buch „Wellenlänge“ handelt von der Radiosprecherin Eva, die während des Zweiten Weltkriegs bei Radio Luxembourg beschäftigt ist. Außerdem begleitet der Leser den jungen Felix, der begeisterter Zuhörer ausländischer Radiosender ist.

Diese „Feindsender“ werden allerdings im Laufe des Nationalsozialismus verboten, aber Felix kann nicht darauf verzichten. Zum einen liebt der 12-jährige Junge die beschwingte Stimme von Eva, die seinen tristen und durchgetakteten Alltag voller HJ-Treffen und Marschmusik auflockert. Zum anderen hat er seine Mutter verloren, und vor Kurzem hatte sein Vater einen schweren Unfall, der sein Sprachzentrum beeinträchtigt hat. Die Radiostimme hat der Stille etwas entgegenzusetzen.

Dadurch, dass Eva während ihrer Moderationen auch systemkritische Anmerkungen macht, wird das Radio zu einem Stück Gegenwehr gegen die Sprachlosigkeit und die Unterdrückung der eigenen Stimme. Felix darf die ausländischen Sender nicht mehr hören, macht es aber heimlich doch – bis er eines Tages verraten wird. Und auch Radio Luxembourg muss schließlich den Sendebetrieb einstellen, während Eva ins Ausland flüchten muss.

Während des Lesens ist mir bewusst geworden, wie wertvoll Meinungsfreiheit und freie Meinungsäußerung sind. Man betrachtet beides als selbstverständlich, aber das ist es nicht. Auch freien Journalismus im Radio nehmen wir häufig als selbstverständlich hin – und auch das ist er nicht. Nach der Lektüre weiß ich das Medium Radio sehr viel mehr zu schätzen.

Auch die Geschichte des Swing bekommt ihren Platz in diesem Roman. Überhaupt wird viel über Musik als Ausdruck von Lebensfreude geschrieben, aber auch über ihre Bedeutung als Widerstand und als Abgrenzung gegen ein einengendes System.

Stilistisch hatte ich anfangs etwas Probleme, in die Geschichte hineinzukommen. Ich bin dann aber bald mit den Protagonisten warm geworden und kann diesen Underdog nur jedem empfehlen!