Stimmen gegen die Barbarei
Spannend und gut recherchiert verknüpft Wolfgang Böhm die Entwicklung von Radio Luxembourg mit fiktiven Geschichten. Er spannt den Bogen vom Jahr 1939 bis 1962. Im Mittelpunkt stehen die Radiosprecherin Eva und der junge, musikbegeisterte Felix, der nach dem frühen Tod seiner Mutter mit dem Vater alleine lebt. Die Stimme von Eva spendet ihm Trost. Trotz der wachsenden Gefahr durch die Nationalsozialisten, läßt er sich nicht davon abhalten, immer wieder im Radio nach den verbotenen Sendern zu suchen. Er hört die Stimmen gegen die Barbarei. Felix überlebt den Krieg und begibt sich noch einmal auf den Weg zu Radio Luxembourg und zu Eva. Man erfährt viel über die Bedeutung des Radios in dieser düsteren Zeit. Leider sind die Beschreibungen von Böhm manchmal etwas plakativ; die Dialoge wirken zuweilen hölzern. Er läßt den Charakteren recht wenig Raum zur Entwicklung, so daß diese etwas stereotyp wirken. Einige Handlungen bleiben zu sehr an der Oberfläche und sind daher nicht immer glaubwürdig. Dennoch eine informative und spannende Lektüre über die Gleichschaltung einer Gesellschaft sowie den Verlust von Kultur und Meinungsfreiheit. Ein durchaus aktuelles Thema.