Frieden um jeden Preis?

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felicia_ff Avatar

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In Welt des Friedens entwirft Rose Daniel eine Zukunft, in der Geld und Staatsgrenzen ihre frühere Bedeutung verloren haben. Stattdessen bestimmt der gesellschaftliche Wert eines Menschen darüber, welche Möglichkeiten ihm offenstehen. Die Menschen werden ständig überwacht, während ihr Verhalten und ihr Nutzen für die Gesellschaft über ihren persönlichen Social Value entscheiden. Hinter dem angeblichen Weltfrieden verbirgt sich somit eine Gesellschaft, in der Freiheit und Menschlichkeit zunehmend verloren gehen.

Im Mittelpunkt steht Amalia Thomson, die mehrere Berufe auf verschiedenen Kontinenten ausübt und sich gleichzeitig um ihre kranke Mutter kümmert. Sie stellt die Bedürfnisse ihrer Familie häufig über ihre eigenen Wünsche. Als ihr persönlicher Wert plötzlich stark steigt, während ein geliebter Mensch immer weiter abrutscht, beginnt sie, die Regeln ihrer Welt infrage zu stellen.

Die Grundidee des Romans hat mir besonders gut gefallen. Eine Gesellschaft, in der nicht Geld, sondern der zugeschriebene Nutzen eines Menschen über dessen Leben entscheidet, wirkt zunächst gerecht. Im Laufe der Handlung wird jedoch deutlich, dass auch dieses System die Mächtigen bevorzugt und benachteiligte Menschen unter Druck setzt. Dadurch regt das Buch zum Nachdenken darüber an, was Frieden und soziale Gerechtigkeit wirklich bedeuten.

Amalia habe ich als glaubwürdige Protagonistin mit Stärken und Fehlern wahrgenommen. Auch die Liebesgeschichte fügt sich gut in die Handlung ein, ohne zu sehr im Vordergrund zu stehen. Der flüssige und emotionale Schreibstil sorgt gemeinsam mit den dramatischen Entwicklungen dafür, dass sich der Roman spannend lesen lässt.

Nicht alle Einzelheiten der Zukunftswelt konnten mich überzeugen. Beispielsweise erscheint es etwas widersprüchlich, dass Reisen zwischen weit entfernten Ländern in kürzester Zeit möglich sind, innerhalb der einzelnen Regionen aber weiterhin gewöhnliche Autos benutzt werden. An einigen Stellen hätte ich mir deshalb eine genauere und logischere Ausarbeitung gewünscht. Auch das Ende beantwortet nicht alle offenen Fragen. Der deutliche Cliffhanger macht allerdings neugierig auf den zweiten Band.

Insgesamt ist Welt des Friedens ein unterhaltsamer Auftakt mit einer erschreckenden Vorstellung davon, welchen Preis eine Gesellschaft für vollkommene Sicherheit zahlen könnte. Trotz kleiner Schwächen hat mich die Geschichte gefesselt und zum Nachdenken gebracht.