Ein Buch, das zum Innehalten einlädt
Schon die ersten Seiten von Nora Bossongs Welt mit anderen Mitteln haben mich durch ihre persönliche und gleichzeitig sehr ruhige Art zu erzählen neugierig gemacht. Besonders berührt hat mich, wie sie aus einem schweren persönlichen Verlust heraus beschreibt, dass ausgerechnet ein kleines, immer wiederkehrendes Ritual ihr Halt und ein Gefühl von Sinn geben konnte. Ich finde den Gedanken sehr interessant, dass wir uns in unserer schnelllebigen und oft erschöpfenden Zeit vielleicht zu sehr auf das Greifbare konzentrieren und dabei Dinge verlieren, die uns innerlich tragen können. Auch ihre offene Haltung gegenüber Zweifel spricht mich an, weil Glaube für mich dadurch nicht wie eine feste Antwort auf alles wirkt, sondern eher wie die Bereitschaft, sich mit Fragen auseinanderzusetzen, auf die es vielleicht keine eindeutigen Antworten gibt. Die Verbindung aus persönlichen Erfahrungen, Religion, Hoffnung und der Frage nach dem Sinn des Lebens macht auf mich den Eindruck eines Buches, das nicht einfach gelesen, sondern auch länger im Kopf weitergetragen wird. Nach dieser Leseprobe möchte ich unbedingt weiterlesen und herausfinden, welche Gedanken Nora Bossong noch entwickelt und ob sie auch bei mir einen neuen Blick auf manche Dinge anstoßen kann.