Keine runde Sache

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herbstwindtraum Avatar

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Ein Buch mit einem klaren Anliegen, das mich dennoch nicht überzeugt hat. Nora Bossong plädiert dafür, Religion und insbesondere den christlichen Glauben nicht den Radikalen zu überlassen, und zeigt auf, welche Bedeutung Glaube, Rituale, Gebet, Hoffnung und Gemeinschaft gerade in Krisenzeiten haben können. Einige dieser Gedanken fand ich durchaus nachvollziehbar.
Mein Hauptproblem ist jedoch die fehlende Kohärenz. Auf gerade einmal 120 Seiten wird sehr viel angesprochen: Krisen und Politik, die Instrumentalisierung von Religion, die Rolle der Frauen in der katholischen Kirche, Sinn, Gott, Liebe, Hoffnung und vieles mehr. Dabei wiederholen sich einige Gedanken, während andere eher angerissen werden. Dem Buch hätte meines Erachtens weniger Stoff und dafür mehr gedankliche Tiefe gutgetan.
Auch der Untertitel „Für mehr Glauben in erschöpften Zeiten“ hat mich etwas irritiert. Tatsächlich geht es sehr konkret um den christlichen, insbesondere katholisch geprägten Glauben. Das ist selbstverständlich legitim, hätte aber im Untertitel deutlicher benannt werden können.
Vor allem aber habe ich die angekündigte Begründung dafür vermisst, warum wir „mehr glauben“ sollten. Viele der Argumente – Glaube als Quelle von Sinn, Hoffnung, Gemeinschaft und Trost – sind nicht neu und werden hier für mich nicht so weitergedacht, dass daraus eine überzeugende neue Perspektive entsteht. Am Ende blieb bei mir deshalb eher der Eindruck eines thematischen Potpourris als der eines stringent entwickelten Plädoyers für den Glauben.