Plädoyer für den Glauben für Gläubige
Ich hatte von dem Buch eine zugänglichere Art und Weise zu Glaubensfragen erwartet. Die kurzen Kapitel knüpfen thematisch aneinander an (roter Faden) und bei den Abschnitten mit politischen Ausführungen steht am Ende: "Auch darum halte ich es für nötig, über Religion zu sprechen. Sie ist ja nicht weg, nur weil hierzulande viele nicht mehr in die Kirche gehen. Sie spielt in der Politik eine erhebliche Rolle, leider zu oft in ihrer radikalisierten Ausprägung. Ich jedenfalls möchte die Religion nicht den Extremisten überlassen." Dem stimme ich vollstens zu, jedoch gelingt mit dem Buch leider m.E. nicht, für alle zugänglich für mehr Glauben in erschöpften Zeiten zu plädieren. Intellektuelle Menschen, die sowieso schon einen Bezug zum Glauben haben, können mit den weiteren Texten u.a. über Sinn und Hoffnung sicher gut etwas anfangen. Ich kann als christlich geprägte Leserin die Gedanken und Ausführungen der Autorin nachvollziehen, aber ich hätte mir von dem Buch gewünscht, dass auch glaubensfernere Menschen Anknüpfungspunkte darin finden und ich befürchte, dass dies leider nicht gelingt. Ich werde es an einen jungen Pastor weitergeben, vielleicht gibt es ihm trotzdem Impulse für Predigttexte oder Gesprächskreise.