Solider Krimi

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duckyputz Avatar

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Ich mag die Krimis von Petra Johann sehr, vor allem ihren Blick auf das tägliche Leben hinter der Oberfläche. In diesem Roman geht es um Eva und ihre beste Freundin Susanne, die zusammen Sofias, Susannes 15-jährige Tochter, großgezogen haben. Die drei bilden eine feste Einheit, ergänzt durch Evas Familie mit Mann Daniel und Sohn Linus, für den Sofia oft babysittet.
Bei einer Party der Erwachsenen will Sofia nicht übernachten, sondern nach Hause. Daniel fährt sie, doch am nächsten Morgen ist sie weg. Die zurückhaltende Sofia hat kaum Freunde, was die Polizei behindert. Bald erinnert der Fall an einen ungelösten Mord von vor 15 Jahren. Die Geschichte baut langsam auf, wird dann packend. Erzählt wird aus Evas und Kommissarin Heidi Westphals Sicht, mit kursiven Fragmenten, die Spannung erzeugen.
Die Figuren sind glaubwürdig entwickelt. Man merkt, wie Sofias Verschwinden Freundschaften und Familien belastet. Zweifel an der Wahrheit der Beteiligten halten einen bei der Stange. Themen wie Vertrauen und Loyalität kommen klar rüber. Der blutige Pullover aus dem Klappentext taucht spät auf und ist anders als erwartet. Die Lösung passt logisch, überzeugt aber nicht vollends. Trotzdem liest sich das Buch gut durch, bietet solide Unterhaltung. Für Johann-Fans ein gutes, wenn auch nicht ihr stärkstes Werk.