Subtiler Spannungsroman über Misstrauen, Geheimnisse und falsche Fährten

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teresa19 Avatar

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In diesem Thriller steht das rätselhafte Verschwinden der 15-jährigen Sofia im Mittelpunkt. Nach einem Babysitterabend bei der Familie ihrer besten Freundin kommt sie nie zu Hause an. Was zunächst wie ein tragischer Einzelfall wirkt, entwickelt sich schnell zu einem Geflecht aus Verdächtigungen, unausgesprochenen Konflikten und bröckelndem Vertrauen.
Der Roman lebt weniger von Action als von psychologischer Spannung. Durch die wechselnden Perspektiven entsteht ein dichtes Bild aus Zweifel und unterschwelliger Bedrohung. Die kurzen Kapitel sorgen für ein hohes Lesetempo, und obwohl viele Hinweise bewusst in bestimmte Richtungen lenken, bleibt der tatsächliche Ausgang lange unklar. Gerade dieses Spiel mit Erwartungen macht den Reiz der Geschichte aus.
Die Figuren wirken authentisch und nahbar, insbesondere die Beziehungen zwischen den Erwachsenen stehen im Fokus. Die Ermittlungen sind eher ruhig angelegt, was der Geschichte aber Realismus verleiht. Statt spektakulärer Wendungen setzt der Thriller auf zwischenmenschliche Spannungen, Misstrauen und die Frage, wie gut man die Menschen kennt, die einem am nächsten stehen.
Ein atmosphärischer, gut durchdachter Spannungsroman, der ohne großes Spektakel auskommt, dafür aber konstant fesselt. Ideal für Leser:innen, die psychologische Thriller mögen, gern miträtseln und Wert auf Figuren und Stimmung legen.