Das letzte Kapitel ….

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tinebook87 Avatar

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… vom 89-jährigen Bo der seine Tage mit seinem Hund Buster in der weiten Leere seines Hauses fristet, was er nur noch selten und wenn auch nur kurz für eine Gassirunde verlässt. Doch so leer und einsam wie es scheint, ist Bo längst nicht. Was ihn ständig begleitet – seine Erinnerungen. Erinnerungen an ein langes Leben, an seine Frau, an seinen Sohn, an harte Arbeit. Erinnerungen die er, jetzt wo er körperlich nicht mehr so schaffen kann, wie er gern wollen würde, Revue passieren lässt. Erinnerungen die er festhält, analysiert, vergleicht und geniest. Erinnerungen die ich hinterfragen lassen, was er hätte anders machen können, was er jetzt noch ändern kann. Erinnerungen an Ungesagtes, Ungefühltes und Ungetanes.

Im Laufe des Romans werden Bo’s Gedanken und Taten mit Einträgen des Pflegedienstes gemischt. Diese Einträge sind, wie die zweite Seite einer Medaille. Und man erkennt, dass keine der Seiten falsch ist, dass es einfach an der Wahrnehmung liegt, daran auf welcher Seite man sich befindet und ja vielleicht auch, ob es einem gelingt, beide Seiten mit Unvoreingenommenheit zu betrachten. Dadurch schafft das Buch ein Verständnis zwischen Generationen, zwischen unterschiedlichem Handeln, zwischen ähnlichen Verhaltensweisen und woher diese rühren.

Dieses Buch hat mich mit Tränen zurückgelassen, etwas das ein Buch selten, um nicht zu sagen bisher in der Form noch nie geschafft hat. Anfangs war ich skeptisch wo diese Reise, um einen alten Mann in seiner Küche, hingehen soll. Bis ich erkannt habe, dass es zum einen seine letzte gedankliche Reise und zugleich eine Reise durch sein Leben ist, welches er in Frieden abschließen möchte.