Die Erzählung des gebrechlichen Bo muss man emotional verkraften können. War mir stellenweise zu langatmig.

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black_snapper Avatar

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Ich habe das Buch als Hörbuch gehört. Die Stimme des Sprechers ist angenehm tief und ruhig, die Intonation perfekt.
Es geht im Prinzip um die Lebensgeschichte des 89-jährigen Bo, die aus seiner Sicht erzählt wird. In zahlreichen Rückblicken erfahren wir von seiner Familie, Freunden und Beruf. Zu seinem Sohn hat er eine besondere Beziehung. Ich möchte sie vorsichtig als belastet bezeichnen. Bo selbst fühlt sich von Hans bevormundet. Hans hat jedoch Angst um seinen Vater, der alleine mit seinem Hund lebt und offensichtlich gebrechlich ist.
Das Buch erzählt zum einen durch Bos gedankliche Rückblicke in die Vergangenheit seine Lebensgeschichte, beschreibt aber auch durch die Interaktionen mit den wechselnden Mitarbeitern des Pflegedienstes und seinem Sohn und einem Freund, mit dem er regelmäßig telefoniert, sein aktuelles Leben recht ausführlich.
Hier erfahren wir nicht nur einiges über nachlassende Körperfunktionen, sondern vor allem viel über seine Ängste. Ich denke, jeder kann hier Parallelen zu seinem Leben ziehen, schließlich dürfte der Großteil der Leser in irgendeiner Art und Weise entweder selbst betroffen sein, oder Kontakt zu Senioren haben, sei es im Beruf, in der Familie, der Nachbarschaft, der Gemeinde oder aus Film- und Fernsehen. Insofern ist die Geschichte zwar bewegend und authentisch erzählt, aber mir hat etwas gefehlt, das mich an die Zeilen fesselt. So hatte ich zeitweise Mühe, in der Geschichte zu bleiben, meine Gedanken sind immer wieder abgeschweift. Und das, obwohl der Schreibstil nicht langweilig ist. Es passiert nur einfach nicht viel Spannendes. Und leider hat mich der Verlauf und das Ende des Buchs auch emotional runtergezogen.