Ein bewegender Abschied am Ende des Lebens

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monalisa13 Avatar

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Bo ist 89 und lebt mit seinem Hund Sixten allein auf dem Hof seitdem seine Frau Fredrika vor einigen Jahren an Demenz erkrankte und ins Pflegeheim musste. Seine einzige Abwechslung in seinem sehr eingeschränkten Alltag sind die Besuche des Pflegedienstes, die Telefonate mit seinem langjährigen Freund Ture und die Besuche seiner Enkelin Ellinor, seinem Hummelchen. Sein Sohn Hans kommt nur vorbei, um die Vorräte aufzufüllen.

Rückblickend erinnert sich Bo immer wieder an sein vergangenes Leben.
Vergangenheit und Gegenwart hat die Autorin gut ineinander verwoben, so dass ich als Leser/in die biographischen Zusammenhänge nachvollziehen kann und es der Geschichte eine sehr authentische Tiefe verleiht.

Der Charakter von Bo wird mit seinen unausgesprochenen Emotionen, seinen Gedanken, seinen liebevollen Erinnerungen, nicht ausgesprochenen Worten, Ängsten, seiner inneren Wut und auch seiner Liebe und Zuneigung zu den ihm nahestehenden Menschen sehr empathisch geschildert.

Durch den sehr warmen und einfühlsamen Schreibstil bringt uns die Autorin den letzten Lebensabschnitt, der sich so oder vielleicht so ähnlich ereignen kann, in einer unnachahmlichen Weise sehr nahe. Berührend, ungeschönt und klar artikuliert. Was bleibt am Ende des Lebens? Welche Entscheidungen können wir noch selbst treffen? Was uns am Ende gut tut, ist doch die Zuneigung und die Liebe von vertrauten Menschen, die uns trägt, uns Kraft gibt und mit Zuversicht erfüllt.

Die Autorin hat uns hier auf wundervolle Weise an Bos letzten fünf Monaten teilhaben lassen. Ein Buch mit Nachhall.