Ein bewegendes Buch über das Menschsein, das ich sehr empfehlen kann.

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karouchi Avatar

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Mit diesem Buch habe ich etwas ganz Unerwartetes erlebt. Statt einer typischen Geschichte mit klaren Höhen und Tiefen habe ich eine leise, zutiefst berührende Erzählung gefunden, die mich noch lange nach dem Lesen begleitet hat. Wenn die Kraniche nach Süden ziehen erzählt von Bo, einem Mann, der sich am Ende seines Lebens befindet und dabei mit Verlust, Erinnerungen und Beziehungen ringt.

Was mich sofort gepackt hat, war die Ehrlichkeit, mit der Ridzén Bo in seiner Verletzlichkeit zeigt. Er lebt allein in seinem alten Haus in Schweden, sein Alltag besteht aus kleinen Routinen, sporadischen Besuchen der Pflegekräfte und der stillen Begleitung seines geliebten Hundes Sixten. Gleichzeitig zerbricht seine Welt Stück für Stück. Seine Frau ist in einem Pflegeheim, sein Sohn versteht ihn nicht immer, und trotz aller Fürsorge droht ihm der Verlust dessen, was ihm am wichtigsten ist.
Die Sprache des Buches ist unaufgeregt, fast minimalistisch, aber unglaublich eindringlich. Es ist nicht die Handlung, sondern das Gefühl dieses Buches, das bleibt: die stille Traurigkeit, das Nachdenken über Zeit, Liebe, verpasste Chancen und die Momente, die am Ende wirklich zählen. Man spürt den Rhythmus des Lebens, wie er langsamer wird und gleichzeitig voller Erinnerungen steckt – so anders und doch so universell.

Für mich war Wenn die Kraniche nach Süden ziehen ein Buch, das mich tief zum Nachdenken gebracht hat – über meine eigenen Beziehungen, über Sorge und Fürsorge und darüber, wie wir miteinander umgehen, wenn die Zeit knapper wird. Es ist kein Buch, das man „einfach wegsuchtet“, sondern eines, das man fühlt. Und gerade diese leise Schönheit und emotionale Tiefe macht es so besonders.