Ein starkes und berührendes Buch!
WENN DIE KRANICHE NACH SÜDEN ZIEHEN
Lisa Ridzén
ET: 21.01.26
Der 89-jährige Bo lebt mit seinem Hund Sixten allein in seinem Haus. Seine Frau, mit der er viele gute Jahre verbracht hat, lebt inzwischen in einem Pflegeheim. Die Demenz hat ihr Gedächtnis ausgelöscht – sie erkennt weder ihn noch den gemeinsamen Sohn Hans.
Bo vermisst sie schmerzlich. Ihren Duft bewahrt er, indem er einen Schal von ihr in ein Schraubglas gelegt hat, das er nur gelegentlich öffnet. Der Pflegedienst kommt dreimal täglich und sieht nach dem Rechten, Hans hingegen schaut deutlich seltener vorbei.
Bo ist überzeugt, dass er noch gut allein zurechtkommt. Hans sieht das anders: Sein Vater vergisst vieles, steht nicht mehr sicher auf den Beinen, und die Spaziergänge mit dem Hund werden immer kürzer. Sixten brauche mehr Bewegung, mehr Fürsorge.
Und so kommt es, wie es kommen muss: Hans will ihm den Hund wegnehmen. Doch Sixten ist Bos letzter Gefährte, sein Halt im Alltag – und die Vorstellung, auch ihn zu verlieren, ist kaum auszuhalten.
Wie die Geschichte weitergeht, solltet ihr unbedingt selbst entdecken.
Dieses Debüt von Lisa Ridzén hat mich tief berührt. 380 Seiten habe ich in nur zwei Tagen gelesen. Es ist ein Roman über das Altern, über Pflegebedürftigkeit, über Würde – und darüber, dass es selbst spät im Leben noch möglich ist, den eigenen Blick auf Vergangenes zu verändern.
Besonders beeindruckt hat mich die Struktur mit den Rückblenden, in denen Bos Kindheit und Hans’ Aufwachsen miteinander verwoben werden. Wir begegnen Bos patriarchalischem Vater, der keine Gefühle zeigen konnte, und verstehen, wie sehr diese emotionale Kälte Bos eigenes Vatersein geprägt hat. Zu sehen, wie sehr er in den Mustern seiner Herkunft gefangen blieb – und wie schmerzhaft ihm das im Rückblick bewusst wird –, hat mich sehr bewegt.
Fazit:
Ein zutiefst menschlicher, stiller und eindringlicher Roman, den ich euch von Herzen empfehlen möchte.
5/5
Lisa Ridzén
ET: 21.01.26
Der 89-jährige Bo lebt mit seinem Hund Sixten allein in seinem Haus. Seine Frau, mit der er viele gute Jahre verbracht hat, lebt inzwischen in einem Pflegeheim. Die Demenz hat ihr Gedächtnis ausgelöscht – sie erkennt weder ihn noch den gemeinsamen Sohn Hans.
Bo vermisst sie schmerzlich. Ihren Duft bewahrt er, indem er einen Schal von ihr in ein Schraubglas gelegt hat, das er nur gelegentlich öffnet. Der Pflegedienst kommt dreimal täglich und sieht nach dem Rechten, Hans hingegen schaut deutlich seltener vorbei.
Bo ist überzeugt, dass er noch gut allein zurechtkommt. Hans sieht das anders: Sein Vater vergisst vieles, steht nicht mehr sicher auf den Beinen, und die Spaziergänge mit dem Hund werden immer kürzer. Sixten brauche mehr Bewegung, mehr Fürsorge.
Und so kommt es, wie es kommen muss: Hans will ihm den Hund wegnehmen. Doch Sixten ist Bos letzter Gefährte, sein Halt im Alltag – und die Vorstellung, auch ihn zu verlieren, ist kaum auszuhalten.
Wie die Geschichte weitergeht, solltet ihr unbedingt selbst entdecken.
Dieses Debüt von Lisa Ridzén hat mich tief berührt. 380 Seiten habe ich in nur zwei Tagen gelesen. Es ist ein Roman über das Altern, über Pflegebedürftigkeit, über Würde – und darüber, dass es selbst spät im Leben noch möglich ist, den eigenen Blick auf Vergangenes zu verändern.
Besonders beeindruckt hat mich die Struktur mit den Rückblenden, in denen Bos Kindheit und Hans’ Aufwachsen miteinander verwoben werden. Wir begegnen Bos patriarchalischem Vater, der keine Gefühle zeigen konnte, und verstehen, wie sehr diese emotionale Kälte Bos eigenes Vatersein geprägt hat. Zu sehen, wie sehr er in den Mustern seiner Herkunft gefangen blieb – und wie schmerzhaft ihm das im Rückblick bewusst wird –, hat mich sehr bewegt.
Fazit:
Ein zutiefst menschlicher, stiller und eindringlicher Roman, den ich euch von Herzen empfehlen möchte.
5/5