Großartig geschrieben

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Wenn die Kraniche nach Süden ziehen ist ein großartig geschriebenes Buch über das Altwerden und das Abschiednehmen. Man erlebt die letzten Lebensmonate von Bo mit, der mit 89 alleine mit seinem Hund in seinem kleinen Häuschen in Mittelschweden lebt. Er wird von Pflegerinnen und Pflegern eines Pflegedienstes unterstützt, die ihre Beobachtungen und Informationen für die Übergabe in ein Heft schreiben und auf den Küchentisch legen. Mehrmals in der Woche besucht ihm auch sein Sohn Hans.
Bos Frau lebt seit einiger Zeit in einem Heim für Demenzkranke. In dem Roman erzählt Bo in Gedanken seiner Frau, was er erlebt, was er fühlt, was er träumt und erinnert sie an gemeinsame Erlebnisse von früher. Unterbrochen werden diese Gedanken immer wieder von den kurzen Einträgen aus Sicht der Pflegenden und des Sohnes in dem Pflegejournal.

Das Leben von Bo ist an sich nicht ungewöhnlich für einen Mann seiner Generation. Und trotzdem ist die Art, wie der Rückblick stattfindet sehr bewegend. Es ist kein leichtes Buch und gleichzeitig habe ich es mit einem inneren Frieden aus der Hand gelegt.