Mich hat der Roman gepackt

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gucci Avatar

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Bo, der 89-jährige Hauptprotagonist lebt in einer schwedischen Kleinstadt. Mithilfe von Pflegedienst und seinem Sohn Hans ist es möglich, dass er in seinem Häuschen weiterhin ist. Fredrika, seine Ehefrau seit über 60 Jahren, wird in einem Pflegeheim betreut – sie lebt in ihrer eigenen Welt. Hunde gehörten schon immer zu seinem Leben; Sixten ist sein geliebter vierbeiniger Begleiter und Freund.

Ich habe den Roman sehr gern gelesen, man fliegt durch die Seiten und ich wollte das Buch nicht zur Seite legen. Erzählt wird, wie Bo den Tag verbringt, an was er denkt, er lässt uns an seinen Gedanken teilhaben, erinnert sich an sein Leben vor vielen Jahren. Angereichert wird dies alle paar Seiten mit Notizen des Pflegedienstes, die kurz ihren aktuellen Eindruck von Bo notiert haben. Was er isst, ob er geduscht werden will und wie es ihm geht.

Solche Notizen, vom Pflegedienst ihres Großvaters, haben die Autorin Lisa Ridzén veranlasst den Roman zu schreiben. Vor 26 Jahren haben wir als Familie auch solche Notizen gemacht, als meine Großmutter jeden Tag von einem anderen besucht und geholfen wurde. Ich war es, die ihren letzten Abend in ihrem Zuhause beschrieb. Am nächsten Tag kam sie ins Krankenhaus und von dort ins Hospiz. Dieser Abend war für mich mein eigentlicher Abschiedsmoment, auch wenn es noch einige Monate dauerte, bis ihr Körper aufgab.

Bo wird sehr liebevoll vom Pflegedienst versorgt und diese ermöglichen ihm auch, dass sein Hund bei ihm bleiben kann, weil sie z.B. Gassirunden mit Sixten machen. Wenn man alt wird, überlebt man viele Menschen aus einer gemeinsamen Zeit und man wird einsamer. Es gibt viele Argumente für und gegen ein Haustier in diesem Alter. Am besten ist, wenn man sich vorher einig wird, was mit dem Tier geschieht, wenn der alte Halter das Tier nicht mehr behalten kann. Ja, es gibt inzw. auch Heime, in denen ein Hund oder Katze erlaubt ist. In diesem Roman wird sehr deutlich, wie wichtig Sixten für Bo ist. Es bricht einem das Herz.

Ich bin selbst kopfüber im Thema Pflege und Sorge um ein Elternteil gelandet und kann mich sehr gut damit identifizieren. Für die nun hilfsbedürftige Person und auch das „Kind“ ist es schwer die Veränderungen zu akzeptieren. Wenn sich die Rolle in der Sorge und den Entscheidungen umkehrt.

Das Buch hat mich emotional gepackt und es macht mir schwer, mein Monatshighlight März festzulegen. Habe auch andere mitreißende Bücher gelesen.

Der Roman klingt nach und es ist ein Buch, welches ich sehr gern empfehle.