Sehr berührend

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
magdas_buecherwelt Avatar

Von

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen von Lisa Ridzén, aus dem Schwedischen von Ulla Ackermann ist – wie ich finde zu Recht – ein hochgelobtes Buch. Es wurde 2024 in Schweden das Best Book oft he Year und ist in 39 Ländern erschienen.
Das Buch wurde in der aktuellen Folge des Zwei Seiten-Podcasts von Mona Ameziane und Christine Westermann empfohlen.
Bo ist 89, seine Frau ist dement und lebt in einem Pflegeheim. Bos einzige Freude im Leben ist sein Hund Sixten. Dreimal täglich kommt der Pflegedienst, um ihm Essen zuzubereiten, im Haushalt und bei der Körperpflege zu helfen. Seine Lieblingspflegerin Ingrid geht, wenn sie Zeit hat, mit Sixten Gassi, da Bo keine längeren Spaziergänge mehr schafft.
Bos Sohn Hans will seinem Vater den Hund wegnehmen, der bei Bo nicht adäquat versorgt werden könne - was meiner Meinung nach nicht stimmt! Bo wohnt am Waldrand, er lässt den Hund oft raus und Hans oder Ingrid gehen mit ihm spazieren.
Ohne seinen Hund hat Bo keinen Lebenswillen mehr, er verliert jegliche Freude am Leben und gibt auf.
Das Buch endet mit Bo’s Tod. Die Beschreibung seiner letzten Minuten hat mich zu Tränen gerührt: „Es ist dunkel, und ich sehe nichts. Aber der Geruch von Sixtens Fell steigt mir in die Nase, und etwas in mir verlagert sich. Ändert die Richtung. Sixtens feuchte Nase schiebt sich unter meine Hand, und er drückt sich an mich. Alles wird kristallklar.
Ein Fenster geht auf, und ich höre, wie die Kraniche zusammenkommen, um nach Süden zu ziehen.“
Ein sehr trauriges Buch, in dem das Altern, der Tod, Pflegebedürftigkeit, Demenz, Vater-Sohn-Beziehung, die Liebe zwischen Eheleuten und die zum Haustier vorherrschende Themen sind. Von mir eine große Leseempfehlung für diesen berührenden Debütroman.