Suuuper bewegend🥹

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proeschi1971 Avatar

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Wenn die Kraniche nach Süden ziehen von Lisa Ridzén hat mich tief bewegt, weil es ein leises, aber emotional kraftvolles Porträt eines Lebens im Alter zeichnet. Im Mittelpunkt steht der 89‑jährige Bo, dessen Frau inzwischen in einem Pflegeheim für Menschen mit Demenz lebt, und der allein mit seinem geliebten Hund Sixten in seinem abgelegenen Haus in Nordschweden zurückgeblieben ist. Seine Tage sind geprägt von Routinen, Besuchen des Pflegedienstes und dem stillen Nachdenken über ein langes, reiches Leben bis die Entscheidung seines Sohnes, ihm den Hund wegzunehmen, alles verändert und Bo zwingt, sich nicht nur mit einem drohenden Verlust auseinanderzusetzen, sondern auch mit vergangenen Entscheidungen, verpassten Chancen und dem, was im Leben wirklich zählt.

Was Wenn die Kraniche nach Süden ziehen für mich besonders stark macht, ist der einfühlsame, oft humorvolle Schreibstil gepaart mit einer tiefsinnigen Betrachtung des Alterns und der menschlichen Beziehungen. Ridzén verleiht Bo eine glaubhafte, vielschichtige Stimme, einerseits geprägt von Lebenserfahrung, andererseits verletzlich angesichts der Realität, dass sich sein Leben in diesen Jahren stark verändert hat. Die drohende Trennung von Sixten und die Gespräche mit seinem Sohn werfen dabei Fragen auf, die über die konkrete Situation hinausgehen: Wie gehen Menschen mit Verlust um? Was bedeutet Würde im Alter? Und wie lässt sich Nähe halten, wenn Familien sich auseinanderleben?