Einstieg in den Mann-Kosmos

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Literatur über Thomas Mann, sein Schreiben und seine Familie liegen ja schon zur Genüge vor, wie Florian Illies selbst im Nachwort zu seinem erzählenden Sachbuch "Wenn die Sonne untergeht" anmerkt.
Besonders im Mann-Jubiläumsjahr erscheint der "Zauberer" in jedem Winkel seines Seins erforscht.
Und tatsächlich kann Illies der Mann-Forschung mit dem vorliegenden Werk nichts nennenswert Neues hinzufügen, die Qualitäten seines Buchs liegen in anderen Bereichen. Wie schon in seinen Geschichtsparlando-Büchern über das Jahr 1913 oder Caspar David Friedrich besticht auch "Wenn die Sonne untergeht" durch einen leichten Ton, der gefällig von jenem Sommer erzählt, denn Mann mit seiner Familie und anderen Exilanten wie Aldous Huxley oder seinem eigenen Bruder Heinrich in Sanary sur mer verbrachte.
Das ist unterhaltsam geschildert und empfiehlt sich als Einstieg in den Kosmos Manns, stellt Illies doch alle Themen vor, die ihn umgetrieben haben, vom Schreiben (in jenem Sommer seines großen Joseph-Romans), der unterdrückten Homosexualität oder dem Bangen um seine geheimen Tagebücher, noch dazu das komplizierte Gefüge in dieser Familie voller Individuen. Hier bekommt man all das einsteigerfreundlich geliefert.