tolle Familiengeschichte

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eric.liest Avatar

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Der Titel mag sperrig klingen & die 1.Seite gibt Preis was es damit auf sich hat. Es ist ein Buch über starke Frauen. Mehrere Generationen begleiten wir sie. Es gibt Aufschlüsse darüber was in der Zeit passiert, wie es den Menschen ergeht & was sie beschäftigt. Jede Generation hat seine Herausforderungen, dabei sind die familiären Beziehungen wichtig, sie stärken & unterstützen sich.
Die Frage nach der Herkunft ist wesentlicher Bestandteil. Woher komme Ich & was sind meine Wurzeln. Jede Generation verschlägt es woanders hin. Die einzelnen Lebenswege zu begleiten ist spannend & offenbart immer wieder neue Geschichten.
Leben & Tod gehören unabdingbar zusammen. Die Hebamme & Leichenschauerin sind stets anwesend. Sie sind bei jeder Geburt/Beerdigung dabei & schlagen einen Kreis um die Familie. Ist es beabsichtigt, dass sie Frauen sind?
Maschik hat einen Familienroman aus der Sicht der Urenkelin geschrieben. Es wird mitunter auf einer nüchternen Art & Weise erzählt. Die kurzen Textpassagen sind nicht länger als 1-2 Seiten & entwickeln einen rasanten Sog. Zudem kommen die kurzen Sätze, die eine bildreiche & tolle Sprache entwickeln. Im Roman wird zwischen den unterschiedlichen Frauenfiguren gesprungen, was eine Lebendigkeit ausstrahlt. Das Aufeinanderreihen von Erklärungen bringen eine (un)bewusste Unterbrechung zum Nachdenken/Erholen mit sich. Die Verarbeitung wie mit dem Krieg umgegangen wird, lässt Raum zum Innehalten. Zum Ende verschwimmt die Realität mit Fiction. Es ist ein starkes, außergewöhnliches Debüt, welches meiner Meinung zurecht für die Sparte Debüt für den Österreichischen Buchpreis 2025 nominiert wurde.