Gefangen zwischen Pflicht und Vergangenheit

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borderpath Avatar

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Ich wurde direkt von der ersten Szene gepackt. Der Einstieg mit dem Sturm und der verzweifelten Frau hat bei mir sofort ein beklemmendes Gefühl ausgelöst, und ich wollte unbedingt wissen, was damals wirklich passiert ist. Diese düstere Atmosphäre zieht sich für mich durch den ganzen Text und macht ihn viel intensiver, als ich es erwartet hätte.

Besonders spannend finde ich, wie vertraute Elemente aus Der Zauberer von Oz hier ganz anders dargestellt werden. Kansas wirkt nicht wie ein einfacher Schauplatz, sondern hart, grau und fast erdrückend. Auch die Figuren fühlen sich viel realistischer und verletzlicher an. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, dass hinter allem eine gewisse Traurigkeit steckt.

Dorothy wirkt auf mich innerlich sehr zerrissen. Einerseits liebt sie Tante Em und Onkel Henry, andererseits spürt man deutlich, wie sehr sie sich gefangen fühlt und Angst hat, alles zu verlieren. Ihre Gedanken über Pflicht, Verantwortung und Bindung haben mich nachdenklich gemacht, weil sie sehr ehrlich und irgendwie auch nachvollziehbar sind.

Am meisten berührt hat mich, wie still und unaufgeregt die schwierigen Themen erzählt werden. Es gibt keine übertriebene Dramatik, aber gerade dadurch wirken die Szenen – wie mit dem verschütteten Eintopf oder Ems Zittern umso stärker auf mich.

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass die Geschichte etwas Düsteres und vielleicht auch Gefährliches aufbaut. Ich bin neugierig geworden und habe das Gefühl, dass noch viel passieren wird, das die Figuren an ihre Grenzen bringt.