Unheimlich spannend

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ladytiga Avatar

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Schon nach den ersten Eindrücken wirkt West of Wicked von Nikki St. Crowe wie eine deutlich düsterere und reizvollere Version von Der Zauberer von Oz oder Der Zauberer der Smaragdenstadt.

Die Geschichte rund um Dorothy fühlt sich von Anfang an geheimnisvoll und leicht verstörend an – vor allem durch ihre lückenhafte Vergangenheit und diese unterschwellige Ahnung, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Statt einer klassischen Märchenreise bekommt man hier eher das Gefühl, in etwas Gefährliches hineingezogen zu werden.

Besonders spannend ist, wie schnell klar wird, dass es nicht nur um Abenteuer geht, sondern auch um dunkle Anziehung, Macht und Identität. Der Sturm wirkt weniger wie ein Zufall und mehr wie ein unausweichliches Schicksal – als würde Dorothy genau dorthin gehören, wo es am gefährlichsten ist.

Obwohl ich die bekannten Oz-Geschichten schon kenne, haben sie mich nie wirklich gepackt. West of Wicked dagegen wirkt so, als würde es genau das ändern: erwachsener, intensiver und mit einer deutlich düsteren Atmosphäre, die neugierig macht.

Insgesamt hinterlässt das Buch schon jetzt den Eindruck, dass es nicht nur interessant, sondern auch riskant ist – im besten Sinne. Eher eine Geschichte, die einen hineinzieht und nicht mehr so schnell loslässt.