Alte Wunden, neue Gefühle

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chhil06 Avatar

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"Where We Belong – Bis wir uns fanden" hat mich von der ersten Seite an berührt. Wiktoria A. Wieczorek erzählt einfühlsam und intensiv von Zofias schwieriger Schulzeit, ihrer Migration aus Polen nach Berlin und den daraus resultierenden Unsicherheiten. Ich konnte mich gut in Zofias Perspektive hineinversetzen und fühlte ihre Angst, Ausgrenzung und das Gefühl, nie richtig dazuzugehören. Besonders spannend fand ich, wie die Vergangenheit und Gegenwart ineinandergreifen, als Zofia Nils wiederbegegnet und alte Gefühle und Verletzungen erneut hochkommen.

Der Schreibstil ist flüssig, emotional und sehr bildhaft, sodass ich die Stadt Berlin, die Schule und die Partys richtig vor mir sah. Die Charaktere wirken realistisch, insbesondere Zofia mit ihren Ängsten, Hoffnungen und ihrer Stärke hat mich sehr berührt. Ich habe mit ihr gelitten, gelacht und gehofft, dass sie ihren Weg findet. Die Liebesgeschichte ist zart und nachvollziehbar, nichts wird übertrieben oder unrealistisch dargestellt, was sie sehr authentisch macht.

Besonders gefallen hat mir, dass die Autorin Themen wie Migration, Vorurteile und Selbstfindung sensibel in die Geschichte einwebt. Ich hätte mir manchmal noch mehr Tiefe in den Nebenfiguren gewünscht, aber insgesamt hat mich das Buch emotional mitgerissen und zum Nachdenken angeregt. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Leser*innen sich in Zofias Gefühlen wiederfinden werden und freue mich auf weitere Werke von Wiktoria A. Wieczorek.