Gefühle mit Graffiti
Das Cover vom Buch gefällt mir nicht besonders gut (finde nichtssagend), der Farbschnitt der allerersten Ausgabe ist aber hübsch (obwohl der Skyline vielleicht nicht so gut zu Berlin passt? aber vielleicht irre ich mich). Das Positive am Buch: der Schreibstil (obwohl manchmal zu gefühlsüberladen wirkend und oft mit sehr kurzen Sätzen) ist flüssig, die Kapiel sind kurz. die Handlung und die Charaktere überschaubar und gut folgbar. Allerdings gibt es einige Ungereimtheiten, die einem auffallen. Die Namensgebung finde ich nicht so gut gelungen, Nessy erinnert mich an Nessie von Loch Ness (hab daher diesen Namen eher lächerlich gefunden), und "Janosch" ist die ungarische Version von Johannes (nur auf Deutsch buchstabiert), aber der Bub aus einer polnischen Familie sollte doch "Janusz" heißen?! Komisch fand ich auch, dass die polnische Familie sich mitten im Coronajahr 2020 nach Deutschland übersiedelt und von Lockdowns, Masken etc. kein Wort verloren wird. Ich finde das auch unglaubwürdig, dass in einer Berliner Schule oder Klasse im Jahr 2020 nur eine einzige Ausländerin gibt, noch dazu Polin, die dann sooo sehr auffällt (obwohl ein eher ruhiges Mädchen, die sich mit dem Lernen anstrengt). Dass Jonas alle Pusen mit ihr verbringt, ohne seinen besten Freund, Nils jemals mit Zofia/Nessy getroffen zu haben, ist auch unglaubwürdig. Komisch fand ich auch, dass Zofia/Nessy gleich zum Studiumbeginn von zu Hause auszieht, obwohl sie dadurch viel Geld sparen könnte (sie wohnt und stdiert eh in Berlin), aber der ältere, wohlhabende Nils bei seinemEltern hockt, obwohl sie ihm locker eine eigene Bude finanzieren könnten. Den Anfang des Buches habe ich besser gefunden, aber richtung Ende wirkte es immer unglaubwürdiger - der Töpferkurs, die übertriebene Szene bei Nils' Eltern. Sofern eine Leseempfehlung für leichte Strandlektüre, muss aber nicht unbedingt sein. Ich hätte gern mehr über Zofias Familie und die polnischen Eigenheiten erfahren.