Ein zauberhaft-magisches Abenteuer in Winkelwald

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„Whisperwicks“ von Jordan Lees hat mich unglaublich positiv überrascht und begeistert – es ist eine zauberhaft-magische, düstere, aber fantastisch herzliche Geschichte, die sowohl Jung als auch Alt bewegen und verzaubern kann! Einfach toll!

Die Geschichte spielt hauptsächlich in einer ganz eigenen Parallelwelt – „Winkelwald“ – in die der elfjährige Benjamiah hinein geführt wird, nachdem er eine seltsame Puppe per Post erhalten hat. Er glaubt überhaupt nicht an Magie und hält sich lieber an Fakten, doch in Winkelwald muss er erkennen, dass er nicht alles mit Logik erklären kann. Diese Welt besteht aus dunklen Geheimnissen und einem Straßenlabyrinth, in dem sich niemand zurecht finden kann. Doch trotz aller Furcht stellt sich Benjamiah gemeinsam mit der gleichaltrigen Elizabella einer Reihe von schrecklichen Aufgaben, um das Verschwinden von Elizabellas Bruder zu ergründen…

Schon das wunderschöne Cover des Buches lädt in die magische Welt von Winkelwald ein und zaubert eine ganz besondere, geheimnisvolle, eher düstere und doch verlockende Stimmung, die Lust macht, gleich in die Geschichte einzutauchen. Die gedeckten Farben passen ebenso sehr gut zum Inhalt der Geschichte, wie die einzelnen Bildelemente und die Laternen scheinen mir regelrecht entgegen zu leuchten, was mir wahnsinnig gut gefällt. Überhaupt liebe ich den gestalterischen Ausdruck der Illustratorin Vivienne To, die auch im Inneren des Buches mit mehreren Bildern das Geschehen visualisiert. Ihre Zeichnungen wirken auf mich zart und fein, haben aber gleichzeitig einen sehr intensiven Ausdruck und ich kann mich regelrecht in der Betrachtung der schönen Bilder verlieren. Obwohl sie „nur“ in Schwarz-Weiß-Tönen gehalten sind, strahlen auch sie teilweise und wirken sehr lebendig.

Jordan Lees erzählt die Geschichte rund um die beiden Kinder und ihre Abenteuer in sehr angenehmer und flüssiger Sprache, die sich sehr gut lesen lässt und die der Geschichte einen guten Rhythmus verleiht. Eine Besonderheit sind Auszüge aus einem erklärenden Sachbuch der Winkelwald-Welt, die jedem Kapitel voran gestellt werden und die auch mir als Leserin einige Zusammenhänge klarer machen konnten – das ist meiner Meinung nach eine sehr gelungene Ergänzung zum Fließtext.

Den buchverliebten und zurückhaltenden Eigenbrötler Benjamiah mochte ich von Anfang an sehr und auch Elizabella, die zu Beginn abweisend und getrieben wirkt, habe ich sehr schnell in mein Herz geschlossen. Es gibt unglaublich viele interessante Charaktere in dieser Geschichte, die die einzigartige Welt von Winkelwald bevölkern und es war mir eine Freude sie alle kennen zu lernen!

Im Voraus war ich gespannt, ob die angepriesenen Qualitätsvergleiche mit Harry Potter und den Werken von Cornelia Funke meiner Meinung nach standhalten können und war doch eher etwas skeptisch. Doch diese Bedenken haben sich für mich wirklich in Luft aufgelöst und ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass diese Geschichte, die meines Wissens nach auch weitergeführt werden wird, ein echter Klassiker der Kinderliteratur werden kann: sie ist originell und individuell, zeigt viel Gefühl und kreative Elemente, ist äußerst spannend und einem höheren Ziel gewidmet, das die Kinder erreichen müssen. Mich hat sie jedenfalls restlos begeistert und überzeugt, so dass ich mich schon sehr auf die Fortsetzung freue!

Einzig wissen sollten Kinder, die in die magische Welt dieser Geschichte eintauchen, dass es durchaus düstert und auch zeitweise brutal zugeht und dass sie mit 475 Seiten doch recht umfangreich ist, doch wenn ihnen dies nicht zu nahe geht oder sie schreckt, dann steht einer atemlos spannenden, anregenden und zauberhaft-magischen Lesezeit nichts mehr im Wege – ich wünsche euch ganz viel Freude dabei!