Eine Geschichte, die langsam unter die Haut geht

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
blubb2303 Avatar

Von

„Wie ein Fluss in der Nacht“ von Tana French ist für mich weniger ein klassischer Kriminalroman als vielmehr eine düstere, atmosphärische Geschichte über Familie, Schuld und die Dinge, die man lieber verdrängt. Im Mittelpunkt steht Cal Hooper, der sich nach einem Neuanfang in einem kleinen irischen Dorf eigentlich ein ruhiges Leben aufbauen möchte. Doch als der junge Trey immer wieder seine Nähe sucht, gerät diese vermeintliche Ruhe schnell ins Wanken.

Besonders gefallen hat mir, wie Tana French ihre Figuren zeichnet. Niemand ist einfach nur gut oder böse – jeder trägt seine eigene Geschichte und seine Geheimnisse mit sich herum. Die Beziehung zwischen Cal und Trey entwickelt sich dabei sehr eindringlich und gibt dem Buch eine emotionale Ebene, die für mich mindestens genauso wichtig war wie die Spannung.

Die Handlung nimmt sich Zeit, wodurch die Geschichte stellenweise eher ruhig wirkt. Gleichzeitig entsteht genau dadurch diese besondere, beklemmende Atmosphäre. Man spürt, dass unter der Oberfläche längst etwas brodelt.