Zwischen Dorfidylle und dunklen Geheimnissen

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
onlywithelisa Avatar

Von

Irland, Dauerregen und ein kleines Dorf, in dem scheinbar jeder jeden kennt; die Atmosphäre von Ardnakelty hat mich direkt angesprochen. Gleichzeitig hatte ich beim Lesen schnell das Gefühl, dass hinter der ruhigen Fassade mehr steckt, als man zunächst vermuten würde.

Cal Hooper hat sich als ehemaliger Polizist dort ein neues Leben aufgebaut und scheint angekommen zu sein. Doch als Rachel Holohan verschwindet, wird deutlich, dass die Dorfgemeinschaft ihre ganz eigenen Regeln und Geheimnisse hat. Besonders die alten Verbindungen innerhalb des Ortes finde ich spannend. Man bekommt den Eindruck, dass manche Dinge schon sehr lange unter der Oberfläche brodeln.

Allerdings muss ich sagen, dass mir der Einstieg etwas zu ruhig war. Die Beschreibungen sind teilweise sehr ausführlich und dadurch kommt die Handlung zunächst nur langsam voran. Ich hatte deshalb zwischendurch das Gefühl, dass die Geschichte etwas mehr Tempo vertragen könnte. Trotzdem merkt man schnell, dass Tana French ihr Handwerk versteht. Die Figuren wirken vielschichtig und die Atmosphäre ist wirklich stark. Gerade diese Mischung aus idyllischer Landschaft und unterschwelliger Bedrohung gefällt mir.

Die Leseprobe macht außerdem neugierig darauf, welche Rolle die einzelnen Personen innerhalb der Dorfgemeinschaft spielen und was tatsächlich hinter Rachels Verschwinden steckt. Besonders interessant finde ich, dass nicht nur die Suche nach Rachel im Mittelpunkt steht, sondern auch die Frage, wie weit Menschen gehen, um ihre Gemeinschaft und ihre eigenen Geheimnisse zu schützen.

Obwohl mich der langsame Einstieg noch nicht vollkommen überzeugt hat, würde ich auf jeden Fall weiterlesen. Dafür sind die Atmosphäre, die Figuren und die vielen offenen Fragen einfach zu interessant. Ich bin gespannt, ob die Geschichte nach und nach mehr an Fahrt aufnimmt und welche Abgründe in Ardnakelty noch zum Vorschein kommen.