Atmosphärisch, spannend und wendungsreich

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sonne14666 Avatar

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Tana French gelingt mit „Wie ein Fluss in der Nacht“ erneut ein atmosphärischer und psychologisch vielschichtiger Kriminalroman. Im Mittelpunkt steht das irische Dorf Ardnakelty, in dem die junge Rachel Holohan tot aufgefunden wird. Was zunächst wie Selbstmord aussieht, entwickelt sich zu einem undurchsichtigen Fall, in dem alte Feindschaften, Loyalitäten und Machtinteressen eine wichtige Rolle spielen.

Besonders stark ist Frenchs Darstellung der Dorfgemeinschaft. Sie nimmt sich viel Zeit für die Beziehungen zwischen den Figuren und zeigt, wie Gerüchte, Misstrauen und alte Konflikte das Zusammenleben bestimmen. Dabei entsteht eine dichte, fast beklemmende Atmosphäre, die typisch für Frenchs Romane ist.

Wer einen rasanten Thriller mit ständig neuen Wendungen erwartet, könnte allerdings etwas Geduld brauchen. Die Handlung entwickelt sich eher langsam, dafür stehen die Charaktere und ihre psychologischen Konflikte im Vordergrund. Gerade diese ruhige Erzählweise macht den Roman aber besonders eindringlich.

„Wie ein Fluss in der Nacht“ ist weniger ein klassischer Whodunit als eine Geschichte über Gemeinschaft, Macht, Vertrauen und menschliche Abgründe. Tana French verbindet Spannung mit anspruchsvoller Literatur und lässt bewusst manche Fragen offen.

Fazit: ein atmosphärischer, anspruchsvoller Kriminalroman für Leserinnen und Leser, die psychologische Tiefe und eine langsam aufgebaute Spannung schätzen.