Krimi oder Roman?

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harakiri Avatar

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Der Tod einer jungen Frau erschüttert die kleine Stadt Ardnakelty in Irland. Wo bisher Frieden und Eintracht herrschten, spaltet der Tod die Stadt in zwei Lager: wurde Rachel getötet oder war sie selbst schuld an ihrem Tod? Und warum ist Tommy so bemüht, Lena den Tod der jungen Frau in die Schuhe zu schieben? Als es einen zweiten Toten gibt, bildet sich ein Mob.

Der Tod der jungen Frau, eingebettet in eine Gesellschaftsstudie hat mir sehr gut gefallen. Es ist kein Krimi, dennoch enthält der Roman Elemente der Kriminalistik. Verschiedene Gruppen gehen dem Tod von Rachel nach und das war sehr interessant zu lesen, wie unterschiedlich die Herangehensweise war und wie aufschlussreich die Erkenntnisse.

Der Schreibstil der Autorin ist eher ruhig und atmosphärisch als actionreich. Gerade das macht für mich den besonderen Reiz des Romans aus. French nimmt sich viel Zeit, um Stimmungen, Gedanken und die Umgebung zu beschreiben. Stellenweise zog sich die Handlung dann zwar etwas, aber im Großen und Ganzen war es schön, die Bewohner von Ardnakelty kennenzulernen. French hat eine ganz eigene Art zu schreiben. Sehr ausführlich, anschaulich und den Finger am Puls der Zeit. Denn so ein Dorf hat seinen eigenen Mikrokosmos und den zu durchbrechen ist nicht einfach.

Tana French gelingt es, durch ihre Schreibweise und den rätselhaften Fall eine düstere Stimmung zu erschaffen. Dies hat mich schnell in die Geschichte hineingezogen. In der Handlung steht nicht die Auflösung des Todesfalls im Mittelpunkt sondern eher die Beziehungen der Dorfgemeinschaft untereinander.

Fazit: Man muss sich Zeit für die Geschichte nehmen, dann entfaltet sie sich in all ihren Facetten.