Schweigen und Gerüchte

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fredhel Avatar

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Das Cover mit einem Blick wie durch geriffeltes Glas auf eine Flusslandschaft ist zwar eher schlicht gehalten, passt aber stimmig zur melancholischen Grundstimmung der Geschichte. In diesem mittlerweile dritten Band begleiten wir weiterhin den ehemaligen US-Cop Cal, der in der irischen Provinz seinen Ruhestand sucht und sich Stück für Stück in die verschworene Dorfgemeinschaft einlebt. Als ein Mädchen spurlos verschwindet und schließlich tot aufgefunden wird, gerät das ganze Dorf auf der Suche nach dem Mörder in Aufruhr. Tana French meistert es wie gewohnt hervorragend, die bedrückende Atmosphäre und die ungeschriebenen uralten Gesetze dieser eingeschworenen Gemeinschaft einzufangen. Allerdings entwickelt sich die Handlung quälend langsam, da sie kaum durch echte Action vorangetrieben wird, sondern durch wie als Waffen eingesetztes eisernes Schweigen, gezielte Gerüchte und subtiles psychologisches Nachbohren. Das sorgt stellenweise für extreme Längen, die nur schwer auszuhalten sind und das Lesevergnügen verliert spürbar die Dynamik. Gerettet wird das Hörerlebnis vor allem durch Wolfgang Wagner, der als Sprecher eine absolute Glanzleistung abliefert. In jedem einzelnen Satz von ihm schwingt so viel echte Emotion mit, dass er den Hörer trotz der zähen Passagen mitreißt und mich letztlich bis zum Ende an der Stange gehalten hat.