Unerwartete Lösung

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pajo47 Avatar

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Mit einer falschen Erwartung bin ich an dieses Buch herangegangen. Aufgrund des Klappentextes hatte ich einen Krimi erwartet. Tatsächlich ist Wie ein Fluss in der Nacht aber eher ein Roman mit kriminalistischen Elementen. Wenn man sich darauf einlässt, bekommt man allerdings eine wirklich gute Geschichte.

Wir kehren in das irische Dorf Ardnakelty zurück. Es ist der dritte Band der Reihe um den ehemaligen Polizisten Cal Cooper. Auch seine Verlobte Lena und seine Ziehtochter Trey spielen wieder wichtige Rollen. Dazu kommen der Großgrundbesitzer Toma und sein Sohn Eugene, dessen Freundin Rachel kurz vor der Hochzeit verschwindet. Hat sie Selbstmord begangen oder wurde sie ermordet? Diese Frage bildet den Ausgangspunkt der Handlung.

Anders als in einem klassischen Krimi steht nicht allein die Aufklärung des Falls im Mittelpunkt. Tana French nimmt sich viel Zeit für die Menschen, ihre Beziehungen, ihre Geheimnisse und die besonderen Verhältnisse in dem kleinen irischen Dorf. Dabei entsteht ein vielschichtiges Bild der Dorfgemeinschaft, in der nicht alles so einfach ist, wie es zunächst scheint.

Besonders interessant fand ich, dass der Kriminalfall eine ungewöhnliche Lösung findet, an der die Dorfgemeinschaft maßgeblich beteiligt ist. Das ist kein alltäglicher Weg zur Aufklärung, aber einer, der sich schlüssig aus den Gegebenheiten und den handelnden Personen ergibt. Auch für Cal Cooper bedeutet die Geschichte eine Veränderung. War er als Zugezogener zunächst eher ein Außenseiter, wird er nun zunehmend in die Dorfgemeinschaft aufgenommen und findet dort seinen Platz.

Wer einen Krimi mit raschem Ermittlungstempo und einer klassischen Polizeiarbeit erwartet, könnte deshalb enttäuscht sein. Wer dagegen einen gut geschriebenen Roman mit interessanten Figuren, einer dichten irischen Atmosphäre und einem rätselhaften Geschehen zu schätzen weiß, dürfte an diesem Buch seine Freude haben.