Was ist Gerechtigkeit?

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westeraccum Avatar

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Mit Spannung habe ich den neuen Roman von Tana French erwartet und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht.
Wieder einmal sehen wir dem Geschehen in Ardnakelty in Irland zu, wo der ehemalige amerikanische Cop Cal seit einigen Jahren lebt. Er fühlt sich heimisch in dem Dorf, kennt die Dorfbewohner und hat Freunde gefunden und eine Lebensgefährtin, Lena, und ein "Ziehtochter", Trey.
Als eine junge Frau verschwindet und dann ertrunken aufgefunden wird, macht er sich Sorgen um den Zusammenhalt im Dorf , denn hinter dem Tod scheint der Großgrundbesitzer Tommy Moynihan zu stecken, der das Dorf beherrscht und beste Beziehungen zur Polizei und zur Politik hat.
Am liebsten hätte ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen, denn es lässt die Leser nicht los. Feinfühlig und realistisch schreibt French über die Beziehungen im Dorf und auch über die unterschwelligen und teils uralten Feindschaften und Abhängigkeiten. Das alles ist aufs Feinste austariert und berührt auch die Beziehungen von Cal und Lena.
Das Buch ist kein Thriller oder Krimi, sondern ein psychologisch fundierter Roman, der uns mitnimmt in die inneren Strukturen eines irischen Dorfes und so auch in jedem deutschen Dorf denkbar wäre. Und dabei ist er gut lesbar und spannend.
Unbedingte Leseempfehlung!