Wie ein Fluss in der Nacht

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ilse.mann@live.de Avatar

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Tana French ist hier ein gigantisches Werk gelungen. Bereits das Cover dieses Titels ist sehr beeindruckend. Schon bei dessen Anblick hat sich bei mir innere Spannung aufgebaut.
Cal Hooper hat sich nach seiner Pensionierung in einem kleinen Dorf in Irland ein altes Haus gekauft, das er renoviert und in dem er sich eine Schreinerei eingerichtet hat. Er fertigt in liebevoller Handarbeit Einzelstücke aus besonders ausgesuchtem Holz. Und er lebt sich in die Dorfgemeinschaft ein, passt sich an und bleibt dennoch er selbst. Er lernt Lena kennen und Trey, die seine Pflegetochter wird. Auf den ersten Blick ein beschauliches Dasein. Als Rachel Holohan, die Verlobte des Sohnes von Tommy, der die Dorfgemeinschaft durch ein korrputes Beziehungsnetzwerk im Griff hat und seine Macht überall ausspielt, kurz vor Ihrer Hochzeit spurlos verschwindet, gerät diese Welt aus den Fugen - ein Gefüge aus Macht und Korruption verschiebt sich, bricht nach und nach auseinander. Der Prozess, der dann einsetzt, wird von Tana French mit viel Gespür für die einzelnen Menschen, die in dieser kleinen Welt leben, lebensnah beschrieben. Die Autorin gibt jedem Bewohner einen Charakter, dessen Eigenheiten sich wie ein roter Faden bis zum Ende durchzieht. Die Spannung wird durch viele psychologische Effekte stets hoch und am Limit gehalten. Die Geschehnisse sind so perfekt dargestellt. Sie können sich so überall auf der Erde ereignen. Es ist ein Buch der Superlative, ein echter Pageturner und absolut empfehlenswert. Meine Bewertung lautet 5 Sterne.